Hauptversammlung 2015

Erfolgreiche Arbeit – Zukunft ungewiss

Wie immer gastfreundlich von der Jugendhilfe Creglingen empfangen, trafen sich Vorstand und interessierte Mitglieder des Creglinger SoFa e.V. zur 9. Hauptversammlung des Vereins in den Räumen der Jugendhilfe. Gekommen waren unter anderem der Geschäftsführer der Jugendhilfe Werner Fritz, die beiden Rektorinnen Frau Thomé-Reinhard und Frau Romen sowie Bürgermeister Uwe Hehn.

In ihrem Jahresbericht erläuterte die Vorsitzende Anne Emmert, dass der Verein, nachdem die Familienwerkstatt im letzten Winter ihre Tätigkeit eingestellt hat, zu einem reinen Förderverein für die Sozialarbeit an den Creglinger Schulen geworden ist. Die positive Entwicklung der Personalausstattung in den letzten Jahren ist nicht zuletzt der ideellen und finanziellen Unterstützung durch den Verein zu verdanken: An der Grundschule, der Haupt- und Werkrealschule und der Realschule arbeiten nun schon seit 6 Jahren zwei Schulsozialarbeiterinnen auf 1,4 Stellen. Das ist etwa eine halbe Stelle mehr, als die meisten Gemeinden ähnlicher Größe zu Verfügung haben. Zum Vergleich: Vor der Vereinsgründung hatte Creglingen eine halbe Stelle. Diese Ausstattung wirkt sich auf das Angebot aus: Während an vielen Schulen fast ausschließlich Einzelfallarbeit geleistet wird, bieten die beiden Schulsozialarbeiterinnen Kerstin Nawrot und Meike Kaulbersch zusätzlich eine Vielzahl von Workshops und Projekten an. Genannt seien hier nur Theater, Zirkus und Suchtprävention – allesamt Zusatzangebote, die wiederum vom Creglinger SoFa und anderen Förderinstitutionen unterstützt werden. Diese Förderung spart den teilnehmenden Schülerinnen und Schüler beziehungsweise deren Eltern bares Geld.

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In den Räumen der Jugendhilfe Creglingen e.V. taften Vorstand und Mitglieder des Creglinger SoFa.

Da das SoFa mit einem Festbetrag eine der beiden Schulsozialarbeiter-Stellen mitfinanziert, steht es in enger Verbindung mit der Jugendhilfe Creglingen e.V., die als Trägerin fungiert. So fanden in diesem Jahr zwei entsprechende Beiratssitzungen statt, und auch der Kooperationsvertrag mit den Geldgebern wurde feierlich unterzeichnet. Darin wurde darüber hinaus festgelegt, dass die halbe Stelle, die vom SoFa mitfinanziert wird, auch nach dem Ausscheiden der bisherigen Mitarbeiterin weiter bestehen bleibt. Auf Elsbeth Loest, die mehrere Jahre erfolgreich gemeinsam mit Kerstin Nawrot an den Schulen gewirkt hat, folgte im Sommer Meike Kaulbersch.

Um weitere Mitglieder zu gewinnen und die Akzeptanz des Vereins an den Schulen zu verbessern, führte das SoFa im Jahr 2015 Gespräche mit den Rektorinnen und besuchte mehrere Elternabende. Ebenfalls im Jahr 2015 wurde die Homepage des Vereins neu gestaltet; ein neuer Flyer ist in Arbeit.

Dass der Verein fleißig war, stellte auch Kassier Hubert Kluge dar. Im Jahr 2015 konnte der Beitrag, mit dem sich das SoFa jährlich an der mischfinanzierten 0,4-Stelle beteiligt, wieder über Spenden und Mitgliedsbeiträge gedeckt werden. In den letzten neun Jahren sind rund 33 000 € vom SoFa e.V. direkt in die Schulsozialarbeit geflossen, und die schon erwähnten Projekte wurden ebenfalls mit einem inzwischen fünfstelligen Betrag gefördert.

Nach dem formalen Teil der Hauptversammlung stand die Zukunft des Vereins auf der Tagesordnung. Ein Punkt war die Flüchtlingsarbeit, für die möglicherweise ein Verein gegründet werden muss. Alle Anwesenden waren sich einig, dass das Creglinger SoFa seine Kernaufgabe, die Schulsozialarbeit, nicht schwächen sollte, indem es diese Aufgabe zusätzlich übernimmt. Wie die Freiwilligenarbeit in der Flüchtlingshilfe konkret organisiert wird, werden am Ende die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, die bereit sind, sich einzubringen.

Nach zehn Jahren intensiver Aufbau- und Entwicklungsarbeit möchte der SoFa-Vorstand seine Aufgaben in andere Hände legen. Übergeben wird ein gut bestelltes Haus mit einer solide geführten und angemessen gefüllten Kasse, einer Website und einem Flyer.

Da die Gelder des SoFa-Fördervereins, anders als bei der Vereinsgründung vor zehn Jahren, ausschließlich den Schulen zugutekommen, wäre es sinnvoll, ihn auch tiefer in den Schulen zu verankern. Durchaus kritisch sehen es die Vereinsaktiven, dass das Creglinger SoFa in der Eltern- und Lehrerschaft so wenige Mitglieder hat. Falls sich daran nichts ändert, ist es um die Zukunft des Vereins nicht gut bestellt. Gerade in Zeiten, in denen auf die Schulen viel Integrationsarbeit zukommt, ist die Schulsozialarbeit eine unschätzbare Hilfe. Müsste ausgerechnet jetzt abgebaut werden, weil es an Engagement fehlt, wäre das ein schlimmes Signal für den Schulstandort Creglingen.

Ziel muss es daher sein, den Eltern und Kollegien die unmittelbaren Vorteile der Vereinsarbeit zu vermitteln und Menschen zu finden, die sich künftig für diese gute Sache engagieren möchten. Beide Rektorinnen sicherten diesbezüglich ihre Mitarbeit zu.

AE